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05 Jul
2021

Wiener desinfizieren Wasser in Indien - Beitrag des ORF Wien

"Wasser gefahrlos trinken ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Für 660 Millionen Menschen ist es das nicht, berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Ein Wiener Unternehmen hilft dabei, deren Situation zu verbessern und schmutziges Wasser zu desinfizieren.

Der Elektroingenieur Martin Wesian, hat sich vor zehn Jahren bei einer Reise durch Venezuela Cholera eingefangen, weil er verschmutztes Wasser getrunken hatte. Daraufhin suchte er nach Lösungen für Wasseraufbereitung. Herausgekommen ist WADI – ein Gerät, mit dem man die Trinkwasserqualität messen kann: „Man hat eine gewisse Anzahl an Keimen, davon werden die Menschen krank. Und sobald man das Wasser in Flaschen in die Sonne legt und unser WADI mit einem Smiley anzeigt, dass der Prozess fertig ist, dann können sie das Wasser gefahrlos trinken.“

UV-Strahlen gegen Krankheitskeime

Desinfiziert wird mit der Sonnenkraft, ein Verfahren, das von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen wird. Wasser aus Flüssen, Pfützen oder Brunnen werden in PET-Flaschen in die Sonne gelegt. Die UV-A-Strahlen werden die Krankheitskeime weitgehend abgetötet. WADI legt man dazu in die Sonne und berechnet die UV-Strahlung und damit, wie lange das Wasser benötigt, um gefahrlos trinkbar zu sein.

Das Unternehmen hinter dem Produkt, Helioz, ist in Afrika, Indien und Bangladesch tätig und arbeitet dort mit karitativen Organisationen, aber auch Regierungen zusammen, erzählt Wesian. „Speziell in Indien gibt es hier eine interessante Gesetzgebung. Es gibt jetzt schon seit einigen Jahren ein Gesetz, das Unternehmen zwei Prozent des Gewinnes für soziale Aktionen verwenden muss, das kann Bildung sein, das kann aber auch Wasser sein.“

Entwicklung in Wien

Die Entwicklung der Geräte erfolgt am Wiener Standort, produziert werden sie in Vorarlberg und Indien. Ab Sommer sollen auch die neuen Wasseraufbereitungsgeräte etwa auf Hausdächern zum Einsatz kommen, um so große Wassermengen von selber zu desinfizieren, berichtet Wesian: „Das ist speziell, um zum Beispiel eine Schule mit Wasser zu versorgen.“ Auch ein kleines Dorf könne man mit den Geräten versorgen.

Die Trinkwasserversorgung ist das eine, das andere ist das Einsparen von CO2. Durch die WADI-Technologie wird das Abkochen des Wassers überflüssig, betont Niclas Schmiedmaier, der CEO von Helioz. Wenn das Wasser statt über Feuer mittels Sonneneinstrahlung desinfiziert wird, spart das CO2. „Diese Tonnen, diese Einsparung bekommen wir und können das in Zertifikaten dann an Kunden verkaufen.“ Erst durch den Verkauf dieser CO2-Zertifikate etwa an Handelsunternehmen oder Fluglinien sprudeln bei Helioz die Einnahmen."

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