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09 Mai
2022

Warum CO2-Kompensation?

Europa will bis 2050 klimaneutral werden – Österreich sogar bis 2040. Das stellt nicht nur die Politik, sondern auch die Wirtschaft vor neue Herausforderungen. Denn vom Materialabbau, über die Produktion bis zur Lieferung können nicht alle Geschäftstätigkeiten, die CO2 ausstoßen, von heute auf morgen umgestellt und auf null reduziert werden. Was also tun?

Viele Unternehmen erwerben CO2-Zertifikate zur freiwilligen Kompensation ihrer Emissionen, mit denen sie Klimaschutzprojekte finanzieren und damit ihren CO2-Ausstoß ausgleichen.

Greenwashing oder ehrliche Verpflichtung?

Kritische Stimmen warnen vor Greenwashing und das zurecht. Denn für so manche Käufer:innen steht vor allem im Vordergrund, das eigene Gewissen zu beruhigen und zur positiven öffentlichen Wahrnehmung beizutragen. Der tatsächliche Impact steht dabei an zweiter oder sogar dritter Stelle. Zudem bietet der freiwillige CO2-Markt immer noch Kompensationstonnen zu Dumpingpreisen an, die weit unter dem liegen, was wertige Tonnen aus einem Klimaprojekt mit sozialen Mehrwerten kosten können. „Hauptsache günstig“ funktioniert hier nicht, denn Qualität hat seinen Preis!

Auch Bäume pflanzen ist eine beliebte Maßnahme vieler Betriebe, um ihr Engagement für Klima- und Umweltschutz öffentlich zu machen. Aber es braucht viele Jahre, bis ein Baum wächst und wirklich Treibhausgase aufnimmt. Die CO2-Kompensation findet demnach verzögert statt. Doch diesen Zeit-Luxus haben wir nicht, wenn wir unsere Ziele wirklich ernst nehmen.
 

Fest steht, CO2-Ausstoß richtig zu kompensieren, ist nicht einfach. So befassen sich hochwertige Zertifikate, die mit Gold Standard ausgezeichnet sind, nicht nur mit forstwirtschaftlichen Projekten, sondern darüber hinaus auch mit Wasser-, Biogas und Windenergie-Projekten. CO2-Kompensation findet damit in vielen Bereichen und sowohl kurz- als auch langfristig besonders in den Regionen statt, die am meisten Unterstützung in nachhaltigen Entwicklungsprojekten brauchen. Schließlich ist nicht entscheidend, an welcher Stelle Emissionen ausgestoßen und wo sie eingespart werden, sondern dass die Balance stimmt.

Der nachhaltige Impact muss im Vordergrund stehen

Hier ein Beispiel: Uganda gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Vor allem im ländlichen Raum kochen die Menschen Wasser mit Feuerholz auf offenem Feuer. Die Familien sind nicht nur den Gesundheitsrisiken durch den Qualm ausgesetzt, sondern auch die Abholzung der Bäume und der Rückgang der Wälder sind eine der negativen Folgen. Erfahrene Klimaprojektentwickler:innen setzen genau auf diese Regionen, wo sie am meisten Impact erzielen: So gelingen ganzheitliche Lösungen, die nicht nur CO2 einsparen, sondern auch nachhaltig zum Wohl der Familien in Uganda beitragen.

Hier findet ihr mehr dazu: https://www.helioz.org/en/blog/a-glimpse-into-the-everyday-life-in-rural-uganda

Letztendlich löst keine Maßnahme allein den Klimawandel. Nehmen Unternehmen ihre Verantwortung ernst, versuchen sie im ersten Schritt immer den CO2-Ausstoß durch neue, klimafreundliche Produktionswege auf null zu setzen. Der Ausgleich über CO2-Zertifikate ist ein Lösungsansatz, den immer mehr Betriebe wählen.